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Hygiene & Medizin 11/18

Supplement DGKH

Content Issue 11/2018 Hygiene & Medizin

THEMEN:

Aktuell

  • Zelluläres Gedächtnis überlistet Krankheitskeime
  • Welt-Poliotag 2018: 30 Jahre globale Polioeradikationsinitiative
  • Hygienemaßnahmen zur Prävention der Infektion durch Enterokokken mit speziellen Antibiotikaresistenzen

 

Hauptarbeiten

  • S. Werner*, K. Naujox, M.-E. Rehm, E. Brückner: Methode zur Beurteilung der Flächenleistung wirkstoffgetränkter Einmaltücher zur Flächendesinfektion

 

Mitteilungen der kooperierenden Gesellschaften
Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene

  • Dank an Dr. Alfred Schneider für langjährige Tätigkeit im DGKH-Vorstand
  • Danke an Frau Prof. Dr. Heike Martiny für ihr jahrelanges Engagement

 

Referate

  • Kopfhauben im OP: Spielt der Haubentyp eine Rolle für die postoperative Infektionsrate?
  • Nosokomialer Ausbruch mit einem Carbapenemase-bildenden Citrobacterfreundii-Stamm

 

Veranstaltungen

  • Jahreskongress der Infection Prevention Society in Glasgow

 

Rubriken:

  • Industrie | Jobs
  • Termine
  • Impressum

 

Hauptarbeiten
Sebastian Werner1*, Kathrin Naujox1, Marie-Elisabeth Rehm2, Erik Brückner2
1 HygCen Germany GmbH
2 Dr. Schumacher GmbH

Methode zur Beurteilung der Flächenleistung wirkstoffgetränkter Einmaltücher zur Flächendesinfektion
Zusammenfassung
Einleitung:
Die Flächenhygiene ist neben der Händehygiene ein wichtiger Baustein in der Infektionsprävention. Flächen mit häufigem Haut- und Händekontakt sowie patientennahe Flächen können oft und nachweislich mit Infektionserregern behaftet sein. Eine Übertragung kann in Folge unmittelbar von Patient auf Patient sowie durch Personal oder Besucher erfolgen. Diese Infektionskette ist insofern von hoher Relevanz, als dass Infektionserreger auch auf unbelebten Oberflächen eine unterschiedlich lange Überlebensrate aufweisen und bakterielle Erreger, wie auch Hefen, Pilze und Viren eine hohe Persistenz von bis zu einigen Monaten zeigen. Je nach Risikobereich ist daher eine gezielte und wirksame Flächendesinfektion ein wichtiger Baustein der Infektionsprävention.
Mit der EN 16615 dem sog. „4-Felder-Test“ existiert eine Testmethode zur Testung der bakteriziden und levuroziden Wirksamkeit unter „praxisnahen“ Bedingungen. Derzeit existiert jedoch keine Prüfmethodik, welche eine Beurteilung der Flächenleistungen (Reichweite) getränkter Tuchsysteme erlaubt. Diese ist insofern relevant, um bei Desinfektion größerer Flächen die Desinfektionsleistung der Tücher sicherzustellen und das Risiko einer Verteilung einer Kontamination durch ein Tuch auf weitere Flächen zu verhindern. In dieser Arbeit soll eine Methode beschrieben werden, welche die Ermittlung der Reichweite getränkter Vliestücher unter Berücksichtigung der Wirksamkeit gewährleistet.
Methode:
Zur Bestimmung der realen Reichweite von Feuchttuchsystemen wurde die in der EN 16615 beschriebene Prüfmethodik erweitert. Hierzu wurde der 4-Felder-Test zunächst auf ein grundlegendes „Basismodul“ von 0,5 m2 Fläche erweitert. Jedes Basismodul schließt mit einem weiteren 4-Felder-Test ab. Damit gibt es einen Vorund Nachwert Messpunkt zu jeweils 0,5 m2 Fläche. Pro Basismodul (beide 4-Felder-Tests bestanden) kann damit ein Claim für die Reichweitenwirksamkeit von 0,5 m2 Fläche ausgelobt werden.
Ergebnisse:
Die vergleichende Untersuchung einer beispielhaften Reichweitenprüfung mit einem Alkohol-basierten, einem QAV-basierten und einem Amin-basierten Produkt zeigen, dass eine Desinfektionsleistung auf 2 m2 Reichweite nachgewiesen und Ergebnisse zwischen Wirkstoffen und Wirksamkeiten unterschieden werden können. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit konnte gezeigt werden, dass unter Berücksichtigung der in der täglichen Praxis vorkommenden Oberflächenmaterialien und deren unterschiedlichen Eigenschaften, die in der EN 16615 beschriebene PVC-Oberfläche eine gute Testfläche hinsichtlich einer worst-case Betrachtung darstellt. Aus diesem Grund ist eine Eignung der PVC-Oberfläche für Reichweitenuntersuchungen als sinnvoll anzusehen. Ferner konnte gezeigt werden, dass auch die Verwendung des in der EN 16615 beschriebenen Auflagegewichtes ebenfalls gut mit realen Bedingungen korreliert.
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Current Issue

Hygiene & Medizin 12/2018

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Persons with multidrug-resistant organisms (MRSA, ESBL, MRGN) in nursing homes for the elderly and in ambulatory care – The medical risk analysis according to the Recommendation of the Commission for Hospital Hygiene and Infection Prevention (KRINKO), 2014

Ursel Heudorf *, Jürgen Krahn, Martin Just, Markus Schimmelpfennig, Martin Exner

Hyg Med 2018; 43(7/8): D68–D73.

Keywords: multidrug-resistant pathogens · methicillin-resistant Staphylococcus aureus (MRSA) · multidrug-resistant gram-negative rod bacteria (MRGN) · nursing home · outpatient nursing service · medical risk assessment

All facilities, including nursing homes and outpatient care services, must be able to provide adequate care to people with multidrug-resistant pathogens. In the Recommendation of the Commission for Hospital Hygiene and Infection Prevention (KRINKO) on “Prevention and Control of methicillin resistant Staphylococcus aureus strains (MRSA) in Medical and Nursing Facilities” from 2014, a medical risk assessment is demanded to determine the required individual hygiene and protective measures in the respective facilities. This article presents the questions of this risk analysis and compares the results of current study results on the prevalence of risk factors among residents of nursing homes and patients of outpatient care services in the Rhine-Main area regarding this risk analysis. As a result, our conclusions and proposed measures are in accordance with the KRINKO recommendations “Infection Prevention in Homes” published in 2005. The implementation of these recommendations of the KRINKO from the year 2005 can therefore be considered sufficient in terms of the risk analysis required in 2014. In case of doubt, a case-related coordination with the attending physician or possibly with physicians of the responsible health authority is recommended.

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German Hygienists and National Socialism

Johanna Bleker

Hyg Med 2018; 43(7/8): D74–D77.

Keywords: hygiene · racial hygiene · medicine in National Socialism · medical crime · racial prosecution · forced sterilisation · human experimentation

The paper deals with the extent to which the profession of German hygiene participated in the eugenic and killing programmes of the national socialists between 1933 and 1945. There are reasons why hygiene was more deeply involved in national socialist racial and health politics than some other branches of medicine. Apart from the impact of racial hygiene, there was a fundamental orientation towards public health and the traditional interaction of hygiene and public administration. The first step was the expulsion of colleagues from public institutions and hospitals, universities and scientific societies, and their exclusion from the health insurance plan because of “political unreliability” or because of Jewish descent. “Aryan” colleagues accepted these expulsions without comment or regret up to this day. Moreover, there was no opposition to the selection of 400,000 people for enforced sterilisation following the discovery of signs of alleged “hereditary inferiority” by medical officers. Outstanding scientists in bacteriology and virology and leading personalities in the civil and the military sanitary system abused asylum patients and concentration camp inmates in experiments on infection and immunisation. Since 1945, these experiments have been deemed as crimes of war and crimes against humanity, for which, some of the protagonists have been brought to trial.