MHP

Inhalt Ausgabe 01/2018 WUNDmanagement

Aktuelles

  • Wunddialog des BVMed – Interdisziplinäre Expertenrunde will bis Ende 2018 ein neues Konzept zur Versorgung chronischer Wunden entwickeln
  • Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen
  • 40. Deutscher Krankenhaustag im Rahmen der MEDICA – IT verändert die Pflege
  • Wundheilung oder neue Körperteile – die Umwelt entscheidet
  • Unerwartete Helfer bei der Wundheilung
  • Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Verbundmaterialien für die Haut


Übersichtsarbeit

Versorgungsrealität der Patienten mit diabetischem Fußsyndrom und arteriellen Durchblutungsstörungen
N. Malyar
WundManagement 2018; 12 (1): 11–16.

SCHLÜSSELWÖRTER Diabetes mellitus, diabetisches Fußsyndrom, periphere arterielle Verschlusskrankheit, Claudicatio, kritische Extremitäten- Ischämie, Revaskularisation, Amputation

Die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus (DM) steigt weltweit. Mit steigender Zahl der Diabetiker steigt auch die Prävalenz diabetes-assoziierten Komplikationen wie die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und das diabetische Fußsyndrom (DFS). Patienten mit einem DFS haben nicht nur eine schlechte Lebensqualität, sondern auch weiterhin eine schlechte Prognose hinsichtlich Extremitäten-Amputation- und Überleben trotz aller gesundheitspolitischer und medizinischer Maßnahmen (Aufklärungskampagnen, Prävention, verbesserte Versorgungsstruktur, spezialisierte Fußzentren, steigende Revaskularisationen etc.) in den letzten Jahrzehnten. Bei Patienten mit pAVK und Diabetes können durch die diabetische sensomotorische Polyneuropathie (PNP) die für eine Ischämie typische, frühe Warnsignale wie Claudicatio sowie Ruheschmerzen fehlen bzw. maskiert sein. So zeigen 30–50 % der Patienten mit diabetischen Fußläsionen bereits bei der Erstvorstellung in einer Klinik Zeichen einer fortgeschrittenen Minderversorgung, d. h. Ulzerationen und/oder Gangrän. Analog zur multifaktoriellen Ätiologie des DFS sollte auch das therapeutische Management multidisziplinär erfolgen. Dazu gehören neben einer Optimierung der diabetischen Stoffwechsellage und einem optimal eingestellten kardiovaskulären Risikoprofil als Basismaßnahmen eine fachgerechten Wundbehandlung, das Wund-Dèbridement, die vollständige Druckentlastung, eine konsequente Infektprävention und ggf. Infektbehandlung sowie eine rechtzeitige und vollständige Revaskularisation im Falle einer Ischämie. Gerade die Revaskularisation stellt die prognostisch entscheidende – gleichwohl häufig vernachlässigte – therapeutische Intervention des DFS-Managements dar. Eine umfassende Aufklärung und Sensibilisierung der Betroffenen, ein regelmäßiges Screening der Risikopatienten sowie ein multidisziplinärer Betreuungsansatz sind essentiell für eine effektive Prävention diabetischer Fußulzera, das rechtzeitig Erkennen und die Behandlung einer begleitender pAVK die entscheidende therapeutische Intervention zur Verhinderung einer Extremitäten-Amputationen bei DFS-Patienten.

Übersichtsarbeit

Biofilm und Débridement beim Diabetischen Fußsyndrom
A. Elend, C. Hoppe, M. Augustin
 WundManagement 2018; 12 (1): 17–20.

SCHLÜSSELWÖRTER Diabetisches Fußsyndrom, Biofilm, Wundbettvorbereitung, Débridement

Als Biofilm auf Wunden wird eine Gemeinschaft von unterschiedlichen Bakterien, Pilzen und Algen bezeichnet. Die Entwicklung von Biofilmen beginnt zunächst völlig harmlos. Einzelne Zellen von Mikroorganismen heften sich an Oberflächen an und vermehren sich im feuchten Milieu. Diese Mikroorganismen sind in der Lage, durch selbstproduzierte Polysaccharide eine Schleimschicht zu produzieren. Diese Schleimmatrix durchzieht und umgibt die Mikroorganismen. Eine Biofilmkolonie entsteht. Diese Kolonien sind immun gegenüber den körpereigenen Versuchen die Wunde zu reinigen. Des Weiteren schützt die Schleimmatrix, die Bakterien und Pilze innerhalb des Biofilmes, vor antimikrobiellen Substanzen und Antibiotika. Die Heilung der Wunde stagniert und die Gefahr einer Infektion steigt. Bleibt der Biofilm unbehandelt, kann er sich ungehindert in der Wunde ausbreiten. Besteht der Verdacht auf Biofilm in einer Wunde oder ist das Vorhandensein von Biofilm auf der Wunde gar gesichert, sollte der therapeutische Ansatz einer biofilmbasierten Wundbehandlung folgen. Diese beinhaltet u.a. ein regelmäßiges Débridement der Wunde, eine Reinigung des Wundbettes durch das Entfernen von avitalem Gewebe (Fibrinbeläge, Biofilm, Nekrosen) bis an die intakten anatomischen Strukturen heran, ohne das vorhandene Granulationsgewebe zu verletzen. Das Débridement kann auf vielfältige Weise durchgeführt werden. Das mechanische Débridement (Kompressen, Reinigungspads) ist hierbei wohl das am häufigsten durchgeführte Verfahren, aber auch autolytische (Hydrogel, Hydrogelkompresse), chirurgische (Skalpell, Kürette), biochirurgische (Madentherapie), enzymatische und ultraschallassistierte (UAW) Verfahren eignen sich zur Wundbettreinigung.

Blickpunkt

Crurale Revaskularisationsmöglichkeiten und Ergebnisse bei kritischer Extremitätenischämie
C.-A. Behrendt, W. P. Tigges, H. C. Rieß, H. Diener, E. S. Debus
WundManagement 2018; 12 (1): 21–26.

SCHLÜSSELWÖRTER Kritische Extremitätenischämie, CLI, diabetisches Fußsyndrom, pAVK, crurale Interventionen, Bypassverfahren, Amputationsbedrohung

Für die Revaskularisation cruraler Verschlussprozesse bei kritischer Extremitätenischämie stehen zahlreiche offen-chirurgische und endovaskuläre Verfahren alternativ oder komplementär zur Verfügung. Aufgrund der teilweise unzureichenden Datenlage können in den verfügbaren Leitlinien oft nur Konsensusempfehlungen ausgesprochen werden. Für die objektivierbare Abschätzung des Amputationsrisikos und der Wahrscheinlichkeit eines Revaskularisationsbenefits steht heute der sogenannte WIfI-Score der Society for Vascular Surgery (SVS) zur Verfügung.

Blickpunkt
Wunden in der Onkologie – eine besondere Entität

N. Kolbig

Blickpunkt
Seltene Ursachen chronischer Wunden

J. Dissemond

Pflegelexikon
Möglichkeiten der Keimreduktion in Wunden, Teil 2

K. Protz

Images
Acne inversa (Hidradenitis suppurativa)

J. Dissemond 

Pflegepolitische Entwicklung für der Wundversorgung Entlassmanagement
M. Gerber

Erreger des Monats
Pseudomonas aeruginosa

A. Schwarzkopf

Nachrichten der Initiative Chronische Wunden e.V.

  • Stellungnahme der medizinischen Fachgesellschaft Initiative Chronische Wunden zur Einleitung eines Stellungnahmeverfahrens zwecks Änderung der Arzneimittelrichtlinie (AM-RL) – Abschnitt P und Anlage Va – durch den G-BA.
  • Bericht von der 11. Versammlung der Wund AG Köln & Umgebung
  • ICW-Aktiventreff am 19.–21.1.2018 in Göttingen: Teambildung und viel Spaß!
  • Neues Kursangebot des ICW e. V.  

Nachrichten der Österreichischen Gesellschaft für Wundbehandlung (AWA)

  • WMW Kampagne: Gut leben trotz meiner chronischen Wunde!

Nachrichten der Schweizerischen Gesellschaft für Wundbehandlung

  • Strategie „Gesundheit 2020“: Schlüsselrolle Wundspezialistin/Wundspezialist bei Betroffenen mit Wunden?

Nachrichten des Wundnetz Berlin-Brandenburg e.V.

  • Bericht vom 4. Wundtag des Wundnetz Berlin-Brandenburg e. V. vom 16.09.2017

Nachrichten des Wundzentrum Hamburg e.V.

  • 63. Mitgliederversammlung des Wundzentrum Hamburg e. V. am 07.12.2017

Veranstaltungsberichte

  • 1. Mannheimer Wundkongress am 18.10.2017
  • 5.Bad Staffelsteiner Wundkongress am 28.10.2017 „Wunde, Stoma, Ethik“ -–
  • 10. Freiburger Wundsymposium ging erfolgreich zu Ende Vorsprung durch Wissen

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