MHP

Inhalt Ausgabe 01/2018 Zentralsterilisation

Inhalt: 

  • IDSc-Konferenz, 27. – 29. November 2017 in Blackpool, England
  • 20 Jahre Eckernförder Steri-Kreis
  • Mitteilung des Vorstands der DGKH: Microbiological testing of the efficacy of cleaning and disinfection of the load (mechanical processing of uncritical medical devices)
  • Leserbrief: Vergleich von Prüfsystemen zum Proteinnachweis/Validierung der maschinellen Reinigung
  • Empfehlung des FA «Qualität»: Risikobewertung und Freigabe neuer Medizinprodukte vor Investition und Neuanschaffung

 

Originalarbeit:
Enzymatischer Schnelltest für die Gesamtprozessleistung maschineller Aufbereitungsprozesse für thermolabile Endoskope (RDG-E-Prozesse)

Markus Wehrl*, Amelie Achten
Zentr Steril 2018; 26 (1): 19–28.

Schlüsselwörter: Thermolabile flexible Endoskope, Reinigungs-Desinfektionsgeräte, Gesamtprozessleistung, Routinekontrolle, Validierung, Enzymatisches Schnelltestsystem

Hintergrund: Als Prozesskontrolle für die Gesamtprozessleistung von Aufbereitungsprozessen für thermolabile Endoskope werden Prüfkörper nach Anlage 9 der Leitlinie eingesetzt. Die Auswertung der Prüfkörper ist aufwändig und setzt ein mikrobiologisches Labor voraus, wodurch diese Prüfkörper für eine routinemäßige Kontrolle in den AEMP nicht geeignet sind.

Material und Methoden: In einem F&E-Projekt wurde eine einfach anwendbare und schnelle Methode zur Routinekontrolle der Gesamtprozessleistung von Aufbereitungsprozessen für thermolabile Endoskope unter Verwendung von Desinfektionsmitteln auf der Basis von Glutaraldehyd entwickelt. Das Prüfkörpermodell basiert auf dem Einsatz von speziellen Enzymen, die auf einer Fibrinmatrix in einem schlauchförmigen Prüfkörper immobilisiert werden. Die ausgewählten Enzyme stellen ein Surrogat für die konventionell eingesetzten Prüforganismen (Enterococcus faecium) dar und zeigen vergleichbare Denaturierungseigenschaften gegenüber prozesstypischen Temperaturen und Desinfektionsmittelkonzentrationen.

Ergebnisse: Durch vergleichende Labor- und Praxisuntersuchungen in Kliniken konnte die gute Übereinstimmung mit Anlage 9-Prüfkörpern demonstriert werden.

Aus der Praxis:
Kontrolle der Sterilisationsprozesse in Einrichtungen des Gesundheitswesens in Ulaanbaatar, Mongolei
T. Suvd-Erdene, T. Gantumur, W. Popp, N. Parohl*, C. Battogtokh
Zentr Steril 2018; 26 (1): 38–42.

Schlüsselwörter: Mongolei, ZSVA, Sterilisatoren

Die hohe Durchseuchung der Bevölkerung der Mongolei mit Hepatitis B und C wird nicht zuletzt auf eine unzureichende Aufbereitung der eingesetzten Medizinprodukte zurückgeführt. Im Rahmen dieser Arbeit wurden bei 77 Gesundheitseinrichtungen in der Mongolei 105 Autoklaven, drei EO-Sterilisatoren sowie jeweils ein FO- und ein H2O2-Sterilisator mit Bio-Indikatoren überprüft. Dabei zeigten 8% der Autoklaven und zwei der drei EO-Sterilisatoren eine unbefriedigende Leistung.
Die geprüften H2O2- und FO-Sterilisatoren töteten die Bioindikatoren ab. Bei den Autoklaven zeigten die älteren russischen Modelle bessere Ergebnisse als moderne Geräte aus China und Korea. Eine Ursache könnte sein, dass große Erfahrung mit den alten russischen Geräten, die kein Vorvakuum haben, besteht, nicht dagegen mit den komplizierteren modernen Geräten. Für die Messung von physikalischen Parametern, wie Druck, Einwirkzeit und Temperatur wurden erstmals Thermologger eingesetzt. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die unzureichende Aufbereitung von Medizinprodukten einen Einfluss auf die hohe Hepatitis-Virus-Trägerschaft in der Mongolei haben könnte.